Weniger ist mehr.
(Mies van der Rohe)

Raum und Licht und Ordnung. Das sind Dinge, die der Mensch genauso braucht wie Brot oder einen Platz zum Schlafen.
(Le Corbusier)


Form folgt Funktion - das ist oft missverstanden worden. Form und Funktion sollten Eins sein, verbunden in einer spirituellen Einheit.
(Frank Lloyd Wright)


Weder ist es der rechte Winkel, der mich anzieht, noch die gerade Linie, hart, unflexibel, geschaffen vom Menschen. Was mich verlockt ist die Kurve, frei und sinnlich, die Kurve, die ich in den Bergen meines Landes finde, im gewundenen Lauf seiner Flüsse, in den Wellen des Meeres, im Körper der geliebten Frau. Aus Kurven ist das ganze Universum geschaffen - das gekrümmte Universum Einsteins.
(Oscar Niemeyer)

Ein Rad?
Dreißig Speichen um eine Nabe!
Und doch ist die leere Nabe das Wesen des Rades.
Ein Krug?
Ton, der auf einer Töpferscheibe gedreht wurde!

Und doch ist das leere Innere das Wesen des Kruges.
Ein Haus?
Wände, durch die Türen und Fenster gebrochen werden!

Und doch ist der leere Raum das Wesen des Hauses.

Darum bediene dich dessen, was ist;

Erkenne den Nutzen in dem, was nicht ist.
(Lao-Tse)

Vorstellungskraft ist wichtiger als Wissen. Denn unser Wissen ist begrenzt, während die Vorstellungskraft die gesamte Welt umfasst, den Fortschritt stimuliert und evolutionäre Prozesse ins Leben ruft.
(Albert Einstein)

Die östlichen Mystiker sehen das Universum als ein untrennbares Geflecht, dessen Verbindungen dynamisch und nicht statisch sind. Dieses kosmische Netzwerk ist lebendig; es bewegt sich, wächst und verändert sich ständig. Auch die moderne Physik ist nun dazugekommen, das Universum als ein solches Netzwerk von Beziehungen zu betrachten und hat erkannt, genau wie der östliche Mystizismus, dass dieses Netz wesenhaft dynamisch ist.
(Fritjof Capra)

Da Nahrung, Behausung und Kleidung als die wichtigsten Bedürfnisse des Menschen angesehen werden, ist die Kunst ihrer Herstellung Charakteristikum der verschiedenen Zivilisationen dieser Welt. Diese Kunst heisst Design . Die grössten Meisterwerke sind oft die Allerbescheidensten. Die zweckmässige und einfache Schönheit von Arbeitskleidung und Werkzeugen von Menschen überall auf der Welt ist stets ein Grund zu Bewunderung... Die Kunst der ursprünglichen Küche, entstanden aus den unmittelbaren Produkten von Klima und Boden, ist immer eine Quelle von Bezauberung und Freude... Aber die grossartigsten Beispiele von Design finden wir in der Kunst der Behausung, oder Architektur , weil sie die Umwelt schafft für unser Leben und damit die Entwicklung aller anderer Kunstformen ermöglicht.
(Paul Jacques Grillo)

Euer Haus soll kein Anker, sondern ein Mast sein.
(Khalil Gibran)

Einfachheit des Lebens, selbst des allerbescheidensten, ist kein Elend, sondern das eigentliche Fundament der Verfeinerung: ein besandeter Boden und weissgetünchte Wände; und grüne Bäume, blumige Wiesen und lebendiges Wasser draussen.
(William Morris)

Ein gutes Bauwerk ist nicht jenes, das die Landschaft verletzt, sondern jenes, das die Landschaft schöner macht als sie war vor Errichtung des Bauwerks.
(Frank Lloyd Wright)


Das Leben ist die Kunst der Begegnung.
(Vinícius de Moraes)

Die Worte sind wie die Musik. Die Leute versuchen immer, etwas zu überarbeiten, nicht wahr? Aber oft verliert man die Musik bei dem Versuch, sie zu verbessern. Du willst das Stück verbessern und zerstörst dabei alle Anmut. Denn manchmal liegt der Reiz gerade in der Improvisation.
(Antonio Carlos Jobim)


Denn wie die Vollständigkeit stets unvollkommen, so ist die Vollkommenheit stets unvollständig.
(Carl Gustav Jung)

Brasilien ist nicht zur Mittelmässigkeit berufen.
(Lúcio Costa)

Wir sind ein Land verurteilt zur Moderne.
(Mário Pedrosa)

Es gibt keine toten Gegenstände. Jeder Gegenstand ist eine Lebensäußerung, die weiter wirkt und ihre Ansprüche geltend macht wie ein gegenwärtig Lebendiges. Und je mehr Gegenstände du daher besitzest, desto mehr Ansprüche hast du zu befriedigen. Nicht nur sie dienen uns, sondern auch wir müssen ihnen dienen. Und wir sind oft viel mehr ihre Diener, als sie die unseren.
(Christian Morgenstern)


Es ist alarmierend, dass Publikationen über Architektur von ihren Seiten die Worte Schönheit, Inspiration, Magie, Verwunschenheit und Verzauberung verbannt haben, wie auch die Konzepte von Gelassenheit, Stille, Intimität und Erstaunen. Alle diese Worte haben in meiner Seele eine Zuflucht gefunden; und auch wenn ich weiss, dass ich ihnen in meinem Werk nicht vollkommen gerecht geworden bin, so waren sie doch immer meine Wegweiser. Religion und Mythos. Es ist unmöglich, Kunst und ihre glorreiche Geschichte zu verstehen, ohne sich zu religiöser Spiritualität und den mythischen Wurzeln zu bekennen, die uns zum letzten Seinsgrund des Phänomens der Kunst führen. Ohne das eine oder das andere gäbe es weder die ägyptischen Pyramiden noch jene des alten Mexiko. Hätten die griechischen Tempel und die gotischen Kathedralen existiert? Wären die erstaunlichen Wunderwerke der Renaissance und des Barocks entstanden? Und auch auf anderem Gebiet, hätten sich die rituellen Tänze der sogenannten primitiven Kulturen entwickelt? Wären wir nun die Erben des unerschöpflichen künstlerischen Schatzes der Sensibilität aller Völker dieser Welt? Ohne das Verlangen nach Gott wäre unser Planet ein trauriges Ödland von Hässlichkeit. "Die irrationale Logik, aufbewahrt in den Mythen und jeder echten religiösen Erfahrung, ist zu allen Zeiten und an allen Orten die Quelle des künstlerischen Schaffens gewesen." Dies sind die Worte meines guten Freundes Edmundo O'Gorman, und - mit oder ohne seine Erlaubnis - habe ich sie mir zu eigen gemacht. Schönheit. Die unüberwindliche Schwierigkeit der Philosophen, die Bedeutung dieses Wortes einzugrenzen, ist der unwiderlegbare Beweis für sein unsagbares Mysterium. Schönheit spricht wie ein Orakel, und seit jeher ist der Mensch ihrer Botschaft auf unzähligen Wegen gefolgt: Sei es in der Benutzung von Tätowierungen, in der Wahl einer Halskette aus Muscheln des Meeres, mit dem die Braut das Versprechen ihres Verlobten betont, oder wiederum in den scheinbar überflüssigen Verzierungen von alltäglichen Werkzeugen und häuslichen Gegenständen, um nicht von Tempeln und Palästen zu sprechen und sogar, in unseren Tagen, von den industrialisierten Produkten moderner Technologie. Menschliches Leben ohne Schönheit ist nicht wert, so genannt zu werden. Stille. In den von mir gestalteten Gärten und Häusern habe ich mich immer um das innere sanfte Murmeln der Stille bemüht, und in meinen Brunnen singt die Stille. Einsamkeit. Nur in vertrauter Gemeinschaft mit der Einsamkeit kann der Mensch sich finden. Einsamkeit ist gute Gesellschaft und meine Architektur ist nicht für jene, die sie fürchten oder meiden. Gelassenheit. Gelassenheit ist das grosse und wahre Gegenmittel gegen Schmerz und Furcht, und heute, mehr denn je, ist es die Pflicht des Architekten, sie zu einem Gast im Heim zu machen, so kostbar oder bescheiden dieses auch sein mag. Überall in meinem Werk habe ich mich bemüht, Gelassenheit zu erreichen, aber man muss auf der Hut sein, sie nicht durch eine wahllose Palette zu zerstören.
Freude.
Wie kann man die Freude vergessen? Ich glaube, dass ein Kunstwerk dann die Vollendung erreicht, wenn es stille Freude und Gelassenheit vermittelt.
Tod.
Die Gewissheit des Todes ist die Quelle des Handelns und damit des Lebens. Und in dem der Kunst innewohnendem religiösen Element triumphiert das Leben über den Tod.
Gärten.
Bei der Schöpfung eines Gartens lädt der Architekt das Königreich der Natur zur Mitwirkung ein. In einem schönen Garten ist die Majestät der Natur immer gegenwärtig, aber Natur reduziert zu menschlichen Proportionen und so verwandelt in den wirkungsvollsten Zufluchtsort gegen die Aggressivität zeitgenössischen Lebens.
Die Kunst zu sehen.
Für einen Architekten ist es wesentlich zu wissen, wie man sieht: Ich meine, sehen auf eine Weise, bei der die Vision nicht von der rationalen Analyse überwältigt wird.
(Luis Barragan)

Euer Haus ist euer grösserer Körper.
Es wächst in der Sonne und schläft in der Stille der Nacht; und es ist nicht ohne Träume.
Träumt euer Haus etwa nicht, und verlässt es nicht träumend die Stadt für Hain und Hügel?
(Khalil Gibran)

Schöne Bauwerke sind mehr als exakte Wissenschaft - sie sind wirkliche Organismen, spirituell empfangen, Kunstwerke unter Anwendung der besten Technik.
(Frank Lloyd Wright)

Die dramatischen Veränderungen der Konzepte und Ideen der Physik in den ersten drei Jahrzehnten dieses Jahrhunderts (XX) wurden von Physikern und Philosophen mehr als fünfzig Jahre lang eingehend diskutiert... Die intellektuelle Krise der Quantenphysiker um 1920 spiegelt sich heute in einer ähnlichen, aber sehr viel tieferen kulturellen Krise. Die grössten Probleme unserer Zeit... sind alle verschiedene Facetten ein und derselben Krise, die im Grunde eine Krise der Wahrnehmung ist... Wie die Krise in der Quantenphysik beruht sie auf der Tatsache, dass die meisten von uns und insbesondere unsere grossen sozialen Institutionen einem veraltetem Weltbild anhängen... Gleichzeitig entwickeln Wissenschaftler... eine neue Vision der Realität... die ausgehend von der modernen Physik mit Worten wie organisch, holistisch und ökologisch charakterisiert werden kann. Man könnte es auch eine systemische Betrachtungsweise nennen, im Sinne der allgemeinen Systemtheorie. Das Universum wird nicht mehr als Maschine gesehen, aufgebaut aus einer Vielzahl von Objekten, sondern muss als ein unteilbares dynamisches Ganzes vorgestellt werden, dessen Teile essentiell miteinander verbunden sind und nur als Muster in einem kosmischen Prozess verstanden werden können. Was wir heute sehen, ist ein Paradigmenwechsel nicht nur innerhalb der Wissenschaft, sondern auch im weiteren sozialen Bereich... Das nun zurückweichende soziale Paradigma hat unsere Kultur für mehrere Jahrhunderte dominiert, währenddessen es unsere westliche Gesellschaft geprägt und den Rest der Welt signifikant beeinflusst hat... Dieses Paradigma beruht auf... einer Sicht der Welt als einem mechanischem System, der Sicht des Körpers als Maschine... der Sicht des Lebens als Wettbewerb und Kampf... dem Glauben an unbegrenzten Fortschritt, erzielt durch ökonomisches und technologisches Wachstum und dem Glauben an die Unterordnung des Weiblichen unter das Männliche... Während der letzten Dekaden haben alle diese Annahmen ernstzunehmende Beschränkungen gezeigt sowie die Notwendigkeit einer radikalen Revision... In der Tat findet eine solche Revision nun statt... In der Wissenschaft scheint die Sprache der Systemtheorie, und insbesondere der Theorie lebender Systeme, die beste Formulierung für das neue ökologische Paradigma zu bieten.
(Fritjof Capra)

Ein Garten entsteht aus der Zusammenfügung natürlicher Materialien, den ästhetischen Gesetzen folgend und verwoben mit der Vision des Künstlers, seinen vergangenen Erfahrungen, seinen Zweifeln, Schmerzen, seinen Versuchen, seinen Irrtümern und Erfolgen.
(Roberto Burle Marx)

Wie mache ich eine Skulptur? Ich nehme einfach von einem Marmorblock alles weg, was nicht notwendig ist.
(Michelangelo Buonarotti)

Einen Garten macht man mit Licht und Tönen, die Pflanzen sind Mitwirkende.
(Roberto Burle Marx)

Die Hauptquelle der Kunst ist die Freude des Menschen an seiner alltäglichen und notwendigen Arbeit; eine Freude, die sich selbst Ausdruck verleiht und in dem Werk verkörpert. Nichts sonst kann den gemeinsamen Lebensraum verschönern - seine Schönheit ist ein Zeichen für des Menschen Freude an seinem Werk, auch wenn er an anderen Umständen leiden mag. Es ist dieser Mangel an Freude in der alltäglichen Arbeit, die unsere Städte und Behausungen gemein und abscheulich werden liessen - eine Beleidigung und Entstellung der Schönheit der Erde, so wie auch alle Gegenstände des täglichen Lebens in ihrer Gemeinheit, Trivialität, Hässlichkeit - mit einem Wort, Gewöhnlichkeit. Auch wenn dieser Schrecken in der Gegenwart fortdauert, gibt doch eine Hoffnung für die Zukunft: So sicher Hässlichkeit und fehlende Anmut in unserer Umgebung Folgen sind von Ausbeutung und Elend der Menschen, so angemessen ist die Erwartung, dass mit der Abschaffung von Ausbeutung und Elend die äussere Hässlichkeit der Schönheit weichen wird - dem Zeichen freier und glücklicher Arbeit.
(William Morris)

Design ist nicht das Produkt einer Intelligenzia. Es ist ein Thema für jeden, und wann immer das Design den Kontakt zu den Menschen verliert, ist es auf einem Irrweg. Zum ersten Mal in der Geschichte gibt es heute eine totale Trennung zwischen der Kunst und den Menschen.
Wenn ich sage, Design sei ein Thema für jeden, meine ich nicht, dass es eine "do-it-yourself"-Arbeit ist. Ich will sagen, es beeinflusst jeden , zu jeder Zeit , in unserem Leben .
Wenn wir kein besseres Verständnis für Design entwickeln, werden wir eine stetige Verschlechterung unserer Umwelt erleben, trotz der ständigen Verbesserung unserer Maschinen und Werkzeuge.
(Paul Jacques Grillo)


Himmel, Erde und Mensch sind die drei Weltkräfte, und der Mensch ist es, der die beiden anderen - den Himmel, die schöpferische Kraft des zeitlichen Geschehens, und die Erde, die empfangende Kraft der räumlichen Ausdehnung - in Harmonie zu bringen hat. Der Himmel zeigt die Bilder, und der Berufene verwirklicht sie. Das Buch der Wandlungen (I Ging), in dem dieser Satz steht, ist auf der Erkenntnis aufgebaut, dass nicht die ruhenden Zustände die letzte Wirklichkeit sind, sondern das geistige Gesetz, von dem jegliches Geschehen seinen Sinn und den Impuls dauernder Wirkung erhält.
(Richard Wilhelm)


Und was heisst, mit Liebe arbeiten?
Es heisst, ein Haus mit Zuneigung bauen, als solle eure Geliebte in dem Haus wohnen.
Arbeit ist sichtbar gemachte Liebe.
(Khalil Gibran)

Mehr ist mehr.
(Robert Venturi)


Mies van der Rohe


Mies van der Rohe






Oscar Niemeyer


Oscar Niemeyer


William Morris


Luis Barragan


Luis Barragan


Roberto Burle Marx


Roberto Burle Marx


William Morris


Cordoba


Chartres


Athos Bulcão


Frank Lloyd Wright


Alhambra